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MALORT

Eine stehende Farbpalette inmitten eines Raumes, wirkt einladend auf Kinder als auch auf Erwachsene, die das Bedürfnis haben, sich mit Pinsel und Farben auszudrücken. Die Spontaneität ist ein Grundsatz für das freie Malspiel und erfordert einen eigenen Freiraum. Weshalb die reizüberflutete Außenwelt keinen Platz einnehmen kann und daher, beim Betreten des Raumes, an der Tür abzugeben ist.

Das Äußere dringt nicht in das Innere und das innere Geschehen verlässt nicht den Raum. Dies kann nur in einem geschlossenen Raum stattfinden und bietet Schutz vor jeglicher Beeinflussung.

Im Dienste der Sicherheit und des Vertrauens, ist eine Beständigkeit des Ortes und des Malspiels zwingend. Einen Raum zu erschaffen, in der nichts Aufgezwungenes oder Fremdes sich äußert und vor allem keiner Erwartung zu entsprechen.

Durch die Möglichkeit der freien Entfaltung, entwickeln die Kinder ungeahnte Fähigkeiten und genießen ganz einfach ihr Können.

MALSPIEL

Anfänglich malt jedes Kind aus einem innern Impuls heraus. Unberührt von Belehrungen und Bewertungen, handelt das Kind aus einer unausweichlichen Notwendigkeit sich auszudrücken. Die Kinder lassen Gebilde entstehen, bevor sich eine Absicht dahinter zeigen lässt. Die Vernunft spielt dabei nur eine geringe Nebenrolle.

Arno Stern, der Erfinder des Malorts, nennt das Gebilde die „ Formulation“. Die Formulation geschieht durch eine innere Programmierung der Evolution. Die Erinnerung, die in jeder einzelnen Zelle gespeichert ist, ruft den Menschen in Erfüllung zu gehen, sprich sich ganzheitlich zu betrachten. Die Formulation zeigt sich auf der ganzen Welt, abhängig von den verschiedenen Kulturen, mehr oder weniger gleich.

Unbeeinflusste Kinder durchlaufen die Stadien der Formulation, die in bestimmter Reihenfolge eine wichtige Rolle einnimmt. Sie entdecken dadurch spielend ihre Welt, die aus Erinnerungen, Wissen, Erfahrungen und Beobachtungen entstehen, mit der Reife, die sie gerade besitzen. Dem groß gewordenem Kind, fällt es dann nicht mehr schwer, die Dinge naturgetreu darzustellen.

Zu den wichtigsten Bestandteilen der Formulation, gehört das Wiederholen des Geschehens. Nichts ist einmalig, noch zufällig. Kein Zweifeln oder Zögern belastet das Kind. Das Ausfließen der Spur folgt einer andauernden Notwendigkeit.

Die Bilder, die im Malort entstehen, dienen nur dem Erleben des Spiels und sind keine Erzeugnisse bzw. Kunstwerke und als solches nicht zu betrachten oder gleichzusetzen. Die Formulation ist ein Universalgefüge und allen Menschen geläufig. Das Malspiel benötigt keine Begabung, lediglich die Spontaneität. Kein Bild soll etwas vermitteln und unterliegt deshalb keiner Bewertung. Den Kindern ist es selbstverständlich, nicht über das Geschehene zu sprechen, da kein Bedarf ist.

Aus diesem Grunde bleiben alle Bilder im Malort und werden sorgsam archiviert.

MALSPIELDIENENDER

Der Malspieldienender sorgt in seinem Malort für eine vertrauliche und sichere Umgebung. Im Rahmen des Geschehens sind konsequente Regeln, eingebunden in Rituale, unerlässlich.

Dies stellt die Freiheit eines jeden im Malort sicher. Die Freiheit ist nicht maßlos und zeugt von Respekt gegenüber seinen Mitspielern. Die Kinder sind hoch konzentriert in ihrem Tun. Dadurch ist eine entspannte Atmosphäre möglich und ein Spiel zwischen dem Kollektiv und dem Individuellen anregend.

Der Dienende ist aufmerksam und erfüllt die Wünsche der Malspielenden unaufgefordert, um den Fluss des Malspiels nicht unnötig zu unterbrechen.

Zu dem ist die Beständigkeit und die Regelmäßigkeit ein wichtiger Bestandteil des Rituals, die die Kinder benötigen, um ihre persönliche Entfaltung zu erfahren.

Die drei Grundprinzipien der Formulation:  einzigartig – zusammenhängend – allgemein gütig

Die ausführliche Erklärungen zur Formulation sind in Arno Sterns Büchern zu finden oder im Malort selbst.

ÜBER MICH

Mein Name ist Danijela Djurdjevic-Weiß, Jahrgang 1973, verheiratet, Mutter von zwei Töchtern.

Auf dem Wege meiner Selbstfindung, erblickte ich zum ersten Mal 2013/14 Arno Stern, Jahrgang 1924, der in dem Film „Alphabet – Angst oder Liebe“ von Erwin Wagenhofer, von seinem Malort berichtete. Ich war fasziniert von seiner Geschichte, seiner Forschung und seinem immensen Wissen. Es entstand ein innerlicher Wunsch, um nicht zu sagen, eine Sehnsucht, ebenfalls einen Malort entstehen zu lassen, die seinen Kriterien entsprechen.

Da die damalige Zeit noch nicht reif war, rückte das Erdachte schnell in den Hintergrund, um jetzt wieder in ein neues Erwachen einläuten zu dürfen. Der gemeinsame Wunsch, meines Mannes und mir, ein Ort der Begegnung zu erschaffen, eröffnet sich mir, die Möglichkeit, diesen Malort zu integrieren. Wie des Öfteren bestimmt die Spontaneität mein Leben und ich entschloss mich kurzerhand in Februar 2018, die zehntägige Ausbildung zur dienenden Rolle im Malspiel, beim Arno Stern in Paris, zu absolvieren.

Es war mir sehr wichtig, diesen beeindruckenden Mann persönlich zu erleben. Das Gefühl, sein Wissen aufzusaugen und in die Welt der Formulation einzutauchen, erschien mir als sehr wertvoll, auf das ich nicht verzichten konnte. Sein unermüdlicher Einsatz, seine Erfahrungen und seine Kenntnisse anderen Menschen zu vermitteln, bewegt seine Lebensaufgabe. Dies ist sein Anliegen, jedem Menschen die Formulation nahe zu bringen. Dazu möchte ich gern meinen Teil beitragen. Mit besten Wissen und Gewissen, freue ich mich auf die Aufgabe, seine Philosophie des Malspiels weiterzugeben.

In diesem Sinne, heiße ich alle Malspielfreudige in meinem Malort herzlich willkommen.